Vorwurf „Struktureller Antisemitismus“ – Spalterei? Nein. Klassenfeindschaft!

Worum handelt es sich beim Vorwurf des „Strukturellen Antisemitismus“ eigentlich? Wer wirft wem was vor?

AntirassistInnen, die keine AntikapitalistInnen sind, werfen letzteren vor, RassistInnen zu sein. Dass diese angeblichen AntirassistInnen auch AntikapitalistInnen seien, behaupten nur sie selbst. Egal ob sie aus MaoistInnen oder was auch immer hervorgegangen sind: Jetzt haben sie eine bürgerliche Ideologie und sind in Bezug auf den Antikapitalismus eine Falanx des Klassenfeindes.

Als uns der Faschismus bedrückte, wollten wir um jeden Preis Bündnisse eingehen. Nachdem die Krise des Neofaschismus zumindest in der Schweiz teilweise überwunden ist, bleiben die bürgerlichen AntirassistInnen halt als Verbündete zurück, die uns in dieser Situation lästig werden. Ohne die Anwesenheit des Faschismus brauchen wir sie nämlich nicht mehr. Wir brauchten sie eigentlich schon vorher nicht. Wo waren diese falschen Antideutschen in den 1990er Jahren, als der Neofaschismus militant und radikal war? Eben.

Der Kapitalismus hat so seine Strukturen. Die kann man als Puppenspiel darstellen oder als sonstwas. Wer dahinter eine Rasse sieht, ist einE RassistIn. Wer den Antirassismus braucht, um dem Antikapitalismus Rassismus vorzuwerfen, muss keinE RassistIn sein, ist aber unbedingt einE KapitalistIn.

Wer dem Faschismus sozialistische oder antikapitalistische Qualitäten zuspricht, ist keinE AntifaschistIn!

Spalter? Nein! Spalter sind die Faschisten, aber nicht die Antideutschen. Die Antideutschen sind nationalistisch, kapitalistisch und geben sich antifaschistisch, gehören aber nicht der Klasse der Ausgebeuteten an. Es wird ihnen, anders als den Faschisten, nie gelingen, Teile der Arbeiterklasse zu verführen. Sie schreiben viel und widersprüchliches Zeug. Aber das ändert nichts. Sie gehören nicht zu uns. Sowenig wie Indymedia. Indymedia ist ein prokapitalistisches Medium, welches sich Linksradikalen öffnet, um deren Inhalte zu überwachen, zu sieben, zu zensurieren, abzuschwächen, zu relativieren und im Sand versickern zu lassen.

Genau wie die Antideutschen tut Indymedia nur so, wie wenn es zu uns gehören würde, und schlägt uns damit Anstrengungen und Lebenszeit tot.
Spalter sind sie nicht. Sondern wie eine Gefängnisaufsicht, welche die Besuchszeit überwacht, filtern und dirigieren sie unsere Kommunikation.

Worin besteht das Gefängnis bei Indymedia? Darin, dass wir AnarchistInnen und revolutionäre KommunistInnen es bis jetzt nicht geschafft haben, ein von uns kontrolliertes klasseneigenes Medium auf die Beine zu stellen!

Was nicht zusammengehört, kann gar nicht gespalten werden. Der Faschismus ist geeignet, das Proletariat rassistisch zu spalten. In Einheimische und AusländerInnen. Der offen klassenfeindlich auftretende Chauvinismus der Antideutschen kann uns nicht spalten. Er macht uns wegen seiner argumentativen Fülle und Komplexität eine Weile lang Kopfzerbrechen, aber dann ist’s vorbei. Wenn wir begriffen haben, wer sie sind, dann lassen wir uns auf keine Kompromisse mit ihnen ein.

Den Vorwurf des „Strukturellen Antisemitismus“ geben wir an die KapitalistInnen zurück. Warum strukturieren sie ihren Staat und ihre Ausbeutung so, dass diese so leicht vom Faschismus besetzt und übernommen werden können? Das Puppenspiel bildet eine strukturelle Wahrheit des Kapitalismus ab. Und darum ist das Berner Plakat uneingeschränkt gut.
Im Moment macht uns der Vorwurf des \"Strukturellen Antisemitismus\" noch Kopfzerbrechen...
Im Moment macht uns der kapitalistische Antisemitismusvorwurf noch Kopfzerbrechen… Wenn wir das logische Problem gelöst haben, geben wir es ihnen zurück!

Kapitalismus
Nazi oder Zionist? Kapitalist!