Freiburger Puppenspiele: Wo haben Sie Ihre Milliarden, Herr Scheiner?

Mein jüdischer Nachbar Scheiner machte mir immer einen eher ärmlichen Eindruck. Jetzt haben mir aber die Antideutschen auf http://ch.indymedia.org/de endgültig klargemacht, dass ich mich irrte. Ich hätte den Scheiner im Treppenhaus mal zur Rede stellen sollen! Der war nämlich ein heimlicher Finanzkapitalist!

Als Kind hat man mir erzählt, dass die Juden vergast wurden, weil die Nazis irre waren. Später erfuhr ich dann, dass nicht nur die Nazis, sondern die Deutschen irre waren. Ich hatte Mitleid mit den Juden, als ich das Tagebuch von Anne Frank las. Erste antisemitische Gefühle entwickelte ich, als ich in einem neulinken Infoladen belehrt wurde, was ich alles nicht darf, weil das antisemitisch sei. Zuerst war es nur die Freiwirtschaft von Silvio Gesell. Dann die verkürzte Kapitalismuskritik. Dann kam die Solidarität mit Palästina dran. Und jetzt ist es die Darstellung von Puppenspielen. Darüber hinaus gibt es auf Indymedia schon Stimmen, die den Antikapitalismus schlechthin als antisemitisch erklären und davon träumen, Marx zu erstechen. Wo führt das hin? Genau dorthin, wo die Antideutschen angeblich nicht hinwollen: Nicht nur überlassen sie die Kapitalismuskritik den Nazis, sondern sie schieben sie ihnen direkt zu. Gossenprolet, du bist ein Fascho, auch wenn du das bisher nicht wusstest! Wenn du mit irgendwas politisch nicht klarkommst, wende dich an die NPD! Bei uns „Linken“ gibt’s nur Haue, du Nazisau!
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1 Antwort auf “Freiburger Puppenspiele: Wo haben Sie Ihre Milliarden, Herr Scheiner?”


  1. 1 charaktermaske 05. Mai 2010 um 17:54 Uhr

    Wer sind die Kapitalisten?

    Über die Eigentümer des Kapitals und die Charaktermasken der Klassengesellschaft

    Angeblich soll es sich beim Kapitalismus schon lange um eine «subjektlose» Herrschaft handeln, bei der alle Akteure irgendwie nur Rädchen im Getriebe eines allgemeinen «Sachzwangs» sind. Durch diese Brille gesehen, sind alle Akteure nur Opfer, und wer das anzweifelt, muss mit reichlich öffentlich zur Schau gestellten Empörung rechnen.

    Rechte Vordenker wie Prof. Sinn fühlen sich an die Nazizeit erinnert, wenn Investment-Manager für die aktuelle kapitalistische Krise verantwortlich gemacht werden. Und speziell diverse Exlinke fühlen sich zu einem Nazi-Vergleich genötigt, wenn jemand «personalisierte», «verkürzte Kapitalismuskritik» äußert. Das ist nicht weiter verwunderlich. Denn die moderne deutsche Vergangenheitsbewältigung gipfelt schließlich in der Lüge, dass der Nazi-Staat eine Art Zusammenrottung linker Kapitalisten-Hasser gewesen wäre.

    Wie derartiger geistiger Sondermüll zu Stande kommt, ist allerdings nicht Schwerpunkt der Veranstaltung. Vielmehr soll geklärt werden, worauf das Eigentums-Verhältnis basiert, das der Kapitalismus nun einmal ist, und welche Sorte von Personen die Privateigentümer all der Produktionsmittel und der sonstigen Reichtümer sind, welche der Rest der Menschheit andauernd benötigt. Ferner wird die Frage behandelt, wer diese Personen dazu gemacht hat, und warum.

    Im zweiten Teil der Veranstaltung wird sich zeigen, wie all die – meist ziemlich häßlichen – Charaktermasken zustande kommen, die das kapitalistische Erwerbsleben braucht: die anpassungsfähigen «Rädchen» im System, die gezwungen sind, sich für die Vermehrung des Privateigentums anderer Leute abzuarbeiten ihre Aufseher – und zuletzt diejenigen, die auf ihrem Recht beharren, dass ihr angelegtes Geld einen ordentlichen Ertrag bringt.

    Vortrag: Andreas Schmidt, K&D, Sozialforum Eimsbüttel

    Vortrag:
    http://www.sofo-eimsbuettel.de/1mai/img/Vortrag%20-%20wer%20sind%20die%20Kapitalisten.mp3

    Diskussion:
    http://www.sofo-eimsbuettel.de/1mai/img/Diskussion%20-%20wer%20sind%20die%20Kapitalisten.mp3

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